Worauf ist vor der Untersuchung zu achten?

Zusammen mit der Terminbestätigung erhält jeder Teilnehmer einen Ernährungsfragebogen. Wir bitten diesen auszufüllen und am Tag der Studienteilnahme im CHRIS-Zentrum, im Krankenhaus Schlanders, abzugeben.

Die Untersuchungen werden ca. 4 Stunden dauern und beinhalten die Entnahme einer Blutprobe, die Abgabe einer Urinprobe sowie eine Reihe von klinischen Tests. Außerdem werden Sie gebeten einen Fragebogen zu Ihrer Gesundheit, Ihren Lebensgewohnheiten und der Einnahme von Medikamenten auszufüllen.

Deshalb bitten wir Sie:

  1. Fasten Sie ab 20:00 Uhr am Vortag Ihres Termins. Wir bitten Sie, nach dem Abendessen nichts mehr zu essen und das Frühstück auszulassen, es sei denn, Sie haben spezielle Bedürfnisse aufgrund einer Erkrankung wie Diabetes und/oder der Einnahme spezieller Medikamente. Trinken Sie genug Wasser. Im CHRIS-Zentrum werden wie Sie um eine Urinprobe bitten (sie sollte nicht von zu Hause mitgebracht werden).  Nach der Blutprobe wird Ihnen ein Frühstück angeboten.
  2. Tragen Sie bequeme Kleidung (einige Untersuchungen erfordern, dass Sie sich bis auf Ihre Unterwäsche ausziehen).
  3. Vermeiden Sie das Tragen von Schmuck, Piercings, Ohrringen und Ähnlichem.
  4. Falls erforderlich, Brille und Hörgerät mitbringen.
  5. Sollten Sie Kontaktlinsen (weich oder hart) tragen, bitten wir Sie diese spätestens ab 20:00 Uhr am Tag vor Ihrem Termin herauszunehmen.
  6. Bringen Sie die Packungen aller Arzneimittel mit, die Sie entweder in den letzten 7 Tagen eingenommen haben oder die Sie immer noch regelmäßig einnehmen.

Wir bitten die Teilnehmer außerdem uns folgende Informationen mitteilen zu können:

  • Steuernummer (Gesundheitskarte mitbringen)

Wenn Sie vor dem Termin Fragen oder Probleme haben, kontaktieren Sie uns bitte unter 0471 055502 oder per E-Mail an: info.chris@eurac.edu

Bei Problemen am Tag der Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an 0473 735101 (CHRIS-Zentrum in Silandro).


Wo werden die Untersuchungen durchgeführt?

Das CHRIS-Studienzentrum befindet sich im Krankenhaus Schlanders im ersten Stock oberhalb der Ersten Hilfe.

Worin besteht die Teilnahme am Follow-up der CHRIS-Studie?

Die TeilnehmerInnen werden einer vertiefenden ärztlichen Visite unterzogen, die mehrere Untersuchungen umfasst:
– Blut- und Harnanalyse
– anthropometrische Messungen
– andere nicht invasive Messungen im Zusammenhang mit der kardiovaskulären und neurologischen Gesundheit
– Gespräch und Interviews über eine eigene App zu Gesundheit, Alltagsgewohnheiten, Medikamentenkonsum und Krankengeschichte

Die TeilnehmerInnen werden in das CHRIS-Zentrum am Krankenhaus Schlanders eingeladen.



Die in der zweiten Phase der CHRIS-Studie vorgesehenen Untersuchungen

Im Rahmen der Visite werden einige Routineuntersuchungen durchgeführt, die auch Teil der üblichen Präventionsprogramme sind, ebenso wie einige zusätzliche Messungen, die rein wissenschaftlichen Zwecken dienen. Zu letzteren wird kein Befund erstellt, da die Ergebnisse keine direkten Auswirkungen auf die Gesundheit der einzelnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben. Alle Untersuchungen werden von geschulten Fachkräften durchgeführt und umfassen:

Potentiell klinisch relevante Messungen, deren Ergebnis den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mitgeteilt wird:

  • Blutprobe (maximal 60 ml)
  • Harnanalyse
  • Elektrokardiogramm mit einer Dauer von 10 Sekunden
  • Anthropometrische Messungen (Körpergröße und Gewicht)
  • Messung des Blutdrucks
  • Messung des Augeninnendrucks (das Ergebnis wird nur dann mitgeteilt, wenn es über dem Grenzwert liegt)
  • Messung der Intima-Media-Dicke der Halsschlagader (das Ergebnis wird nur dann mitgeteilt, wenn es über dem Grenzwert liegt)

Untersuchungen zu rein wissenschaftlichen Zwecken, deren Ergebnis nicht mitgeteilt wird:

  • Elektrokardiogramm mit einer Dauer von 12 Minuten
  • Untersuchung der Sehfähigkeit und des Refraktionsfehlers, Angiographie der Netzhaut mittels OCT und konfokaler Punkt-Ophthalmoskopie
  • Zusammensetzung der Körpermasse mittels Impedanzmessung
  • Untersuchung der Gefäße durch Messung des Arm-Knöchel-Index und der Pulswellengeschwindigkeit
  • Analyse der Schmerzschwelle
  • Untersuchung von Ruhe-, Halte- und Bewegungstremor
  • Test des Geruchssinns
  • Spirometrie zur Messung des Atemvolumens und der forcierten Vitalkapazität
  • Messung der Greifkraft der Hand
  • Erhebung der körperlichen Aktivität und der Schlafphasen mit Hilfe eines tragbaren Beschleunigungssensors (Akzelerometer), der eine Woche lang getragen wird

Es versteht sich, dass im Falle unerwarteter, für die Gesundheit des Teilnehmers oder der Teilnehmerin relevanter Ergebnisse die entsprechenden Informationen dem Teilnehmer unverzüglich in der in der Einwilligungserklärung angegebenen Form übermittelt werden, unabhängig davon, ob es sich um klinische oder wissenschaftlichen Messdaten handelt.

Vertiefende Untersuchungen

Analyse der Blutparameter: Es werden Standardparameter wie Blutzucker, Cholesterin und Schilddrüsenwerte gemessen. Die Untersuchungen werden dieses Mal direkt vom Krankenhaus Meran durchgeführt, das routinemäßig eine Kopie aufbewahrt.

Anthropometrische Messungen

Erhoben werden Größe und Körpergewicht zur Berechnung von Körpermasseindex (BMI) und Taille-Hüft-Verhältnis. Die Zusammensetzung der Körpermasse, mit anderen Worten das Verhältnis zwischen Muskelmasse, Körperfett und Flüssigkeit wird durch eine bioelektrische Impedanzanalyse gemessen.

Elektrokardiogramm und Blutdruckmessung

Es werden zwei aufeinander folgende Elektrokardiogramm-Untersuchungen (EKG) durchgeführt, ein Standard-EKG über 10 Sekunden und eines mit einer Dauer von 12 Minuten. Gleichzeitig wird der Blutdruck gemessen. Diese Daten geben Aufschluss über das Verhältnis zwischen Kreislauf und Herzgesundheit. Der Blutdruck wird zudem auch in der klassischen sitzenden Position gemessen.

Untersuchung der Gefäße

Die Untersuchung umfasst einen Ultraschall der Halsschlagader im Bereich der Arteria carotis communis oder gemeinsamen Halsschlagader und im Bereich des Bulbus; in der gemeinsamen Halsschlagader wird die Intima-Media-Dicke gemessen und das Vorliegen eventueller Ablagerungen überprüft, die ein Indikator einer Arteriosklerose sein können. Alterungsprozesse gehen typischerweise mit strukturellen Veränderungen der Arterienwand einher. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass nicht die gesamte Halsschlagader untersucht wird, und demzufolge lassen sich durch fehlende Ablagerungen oder eine normale Dicke am Messpunkt eventuelle Anomalien in anderen Abschnitten der Halsschlagader nicht ausschließen.

Weiters wird der Arm-Knöchel-Index durch die nicht invasive Methode der Photoplethysmographie gemessen. Er gibt wertvolle Hinweise zum Blutkreislauf und ist ein Indikator für ein mögliches kardiovaskuläres Risiko.

Die Starrheit oder Flexibilität der Blutgefäße wird durch die Messung der Pulswellengeschwindigkeit vom Arm bis zum Knöchel sowie von der Halsschlagader bis zum Oberschenkel erhoben; für diese Untersuchung werden aufblasbare Druckpulsmesser an den Gliedmaßen und ein aufblasbarer Druckpulsmesser an der Halsschlagader verwendet.

Tremor

Als krankhaftes Zittern (pathologischer Tremor) bezeichnet man unwillkürliche, rhythmische und oszillatorische Bewegungen eines Körperteiles rund um die Gelenke, die mit einer Einschränkung der Alltagsgestaltung einhergehen oder Unbehagen auslösen können. Untersucht werden verschiedene Formen von Tremor. Bei der Zeichnung der Archimedesspirale, die auch bereits in der ersten Phase der CHRIS-Studie zur Anwendung gekommen war, handelt es sich um eine konsolidierte klinische Methode zum Nachweis und zur Quantifizierung von Bewegungstremor. Anschließend wird durch genaues Beobachten des Teilnehmers oder der Teilnehmerin das Vorliegen von Ruhetremor (posturaler und transitorischer Tremor) untersucht.

 

Test des Geruchssinns

In der wissenschaftlichen Fachwelt wird derzeit noch untersucht, ob ein verringerter Geruchssinn ein Frühsymptom neurodegenerativer Erkrankungen ist. In der Follow-up-Phase wird derselbe Geruchstest durchgeführt wie in der ersten Phase; dabei geht es um die Unterscheidung verschiedener Arten von Gerüchen aus dem Alltagsleben.

Untersuchung der Sehschärfe und Darstellung der Netzhaut

Die Netzhautuntersuchung stellt eine Möglichkeit dar, um den Allgemeinzustand auf nicht invasive Weise zu untersuchen und eventuelle Herzkreislauferkrankungen sowie Erkrankungen des zentralen Nervensystems frühzeitig nachzuweisen. Die Analyse der Mikrozirkulation der Netzhaut liefert wertvolle Hinweise zum Aufbau und zur Funktionsweise der Gefäße und lässt eventuelle Anomalien in der Blutzirkulation erkennen. Im Rahmen der CHRIS-Studie wird eine umfassende Augenuntersuchung vorgenommen, mit einer hochauflösenden Darstellung der Netzhaut, einer konfokalen Punkt-Scanning-Ophthalmoskopie und einer Angiographie. Außerdem werden Sehschärfe, Kontrastempfindlichkeit, Refraktionsfehler und Augeninnendruck gemessen. Diese Untersuchungen haben für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen keine klinische Bedeutung; sollten jedoch unerwartete Ergebnisse nachgewiesen werden, die ein Risiko für die Augengesundheit darstellen könnten, wird der jeweilige Teilnehmer bzw. die Teilnehmerin entsprechend informiert.

 

Analyse der peripheren Hautempfindlichkeit

Im Rahmen der wissenschaftlichen Erforschung der Ursachen von chronischen Schmerzen, die in unserer modernen Welt mit einem wachsenden Anteil älterer Menschen immer häufiger auftreten, werden einige einfache Tests durchgeführt, um die Toleranzschwelle für Hautreize oder leichte Schmerzen festzulegen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die periphere Sensibilisierung (z. B. der Hände) nach einer Schädigung des peripheren Nervensystems der erste Schritt eines komplexen „Chronifizierungsprozesses“ ist. Auf dem Handrücken des Teilnehmers werden verschiedene Tests durchgeführt, um sensorische Reaktionen zu bestimmen. Zur Untersuchung der Toleranzschwelle für Kälte und Wärme wird ein thermischer Stimulator verwendet. Wie in der ersten Phase der CHRIS-Studie wird zudem ein Kompressionstest mit einem am Thenar (dem Muskelwulst am Daumenansatz) angebrachten Algometer durchgeführt. Abschließend sind noch vier sehr kurze Tests vorgesehen, mit denen überprüft werden soll, ob der Teilnehmer oder die Teilnehmerin den Kontakt mit vibrierenden Gegenständen oder Gegenständen mit unterschiedlicher Form und Konsistenz wahrnimmt.

 

Weitere Untersuchungen von Indikatoren des allgemeinen Gesundheitszustandes

Die Greifkraft der Hand ist ein allgemeiner Indikator von Alterungsprozessen und wird mit einer verringerten Knochenmasse und einem erhöhten Risiko von Wirbelfrakturen assoziiert. Im Rahmen der Visite beim CHRIS-Zentrum messen wir die Greifkraft beider Hände durch ein Hand-Dynamometer.

Außerdem wird die Atemfunktion gemessen (ausgedrückt durch den Wert der forcierten Vitalkapazität).

Nach der CHRIS-Visite durchzuführende instrumentelle Messungen

Beschleunigungssensor (Akzelerometer)

 

Bewegung ist ein komplexes Verhalten mit zahlreichen Auswirkungen auf die Gesundheit und kann demzufolge nicht nur durch einen einfachen Fragebogen erhoben werden. Deshalb möchten wir die Teilnehmer einladen, ihr Bewegungsverhalten in der Woche nach der Teilnahme an der Untersuchung durch Tragen eines am Handgelenk befestigten Beschleunigungssensors (Akzelerometers) aufzuzeichnen. Diese nicht invasive und objektive Methode ermöglicht eine kontinuierliche Messung der körperlichen Aktivität und liefert darüber hinaus auch Daten zu Schlafmuster und Schlafdauer. Das Gerät wird am Handgelenk getragen und ist am Ende wieder beim CHRIS-Zentrum abzugeben; selbstverständlich erhalten die Teilnehmer alle notwendigen Informationen.

 

Gesundheitsdatenerfassung via Smartphone

Mit Einwilligung des Teilnehmers/der Teilnehmerin kann eine eigene App am Smartphone installiert werden, welche auch nach der CHRIS-Visite Gesundheitsdaten erhebt, ohne dass die TeilnehmerInnen dafür zum CHRIS-Zentrum gehen müssen. Durch den Zugriff auf die App können Fragebögen beantwortet oder andere Arten von Datenerfassungssystemen genutzt werden. Dabei ist zu beachten, dass die installierte Anwendung Daten nicht automatisch übertragen kann. Die Datenübertragung ist nur möglich, wenn ein aktiver Zugriff auf die App erfolgt und die entsprechenden Informationen willentlich und freiwillig an das CHRIS-Zentrum gesendet werden. Das CHRIS-Team im Krankenhaus Schlanders hilft den TeilnehmerInnen beim Herunterladen der App.