Ziele

Die Einflussfaktoren auf das Entstehen und die Entwicklung von Krankheiten verstehen und zu neuen Ansätzen in der Vorsorge und der Gesundheitsversorgung beitragen.

Worum geht es bei der CHRIS-Studie und was sieht die zweite Phase vor?

Von 2011 bis 2018 nahmen während der ersten Phase der CHRIS-Studie (Baseline-Phase) 13.393 Einwohner und Einwohnerinnen des Mittleren und Oberen Vinschgaus an der Studie teil, wodurch Gesundheitsdaten erhoben und biologische Proben gesammelt werden konnten. Wie alle Bevölkerungsstudien sieht CHRIS die Beobachtung des Gesundheitszustands der TeilnehmerInnen über einen längeren Zeitraum vor. Ab 2019 beginnt die zweite Phase (Follow-up-Phase): Die durchzuführenden Messungen sind mit einigen Abweichungen und einigen zusätzlichen Untersuchungen vergleichbar mit denen der ersten Phase und dienen einer vertiefenden Analyse der kardiovaskulären, metabolischen und neurologischen Gesundheit ebenso wie des Alterungsprozesses.

Um die Entwicklung der Gesundheitsdaten über einen längeren Zeitraum besser verfolgen zu können, wird die CHRIS-Studie mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und der Epidemiologischen Beobachtungsstelle der Provinz Bozen zusammenarbeiten. Diese Synergie ermöglicht den Zugang zu stets aktualisierten Gesundheitsdaten. Der Zugriff auf diese Daten erfolgt nur mit Zustimmung des jeweiligen Teilnehmers.

CHRIS

Erste Phase (Baseline-Phase): Laufzeit 2011-2018
TeilnehmerInnen: 13.393 Einwohner aus dem Mittleren und Oberen Vinschgau
Zweite Phase (Follow-up-Phase): Beginn: 2019
Dauer: 5 bis 8 Jahre
Erwartete Teilnehmerzahl: im Rahmen des Möglichen alle TeilnehmerInnen der ersten Phase (13.393 Personen)


Motivation

Das wissenschaftliche Ziel der Studie ist es herauszufinden, welche Umwelteinflüsse und welche genetischen Faktoren für in Südtirol verbreitete Erkrankungen verantwortlich sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Herzkreislauferkrankungen, neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen sowie auf Krebserkrankungen.

Zu den Umweltfaktoren zählen beispielsweise Luftverschmutzung und Lebensgewohnheiten wie etwa Ernährung, Alkoholkonsum, Rauchen und körperliche Bewegung. Genetische Faktoren umfassen Veränderungen von Genen. Sowohl Umwelt- als auch genetische Faktoren können Risikofaktoren sein, also Erkrankungen verstärken; Sie können aber auch Schutzfaktoren sein, die Erkrankungen entgegenwirken. Die genetische Veranlagung ist außerdem dafür verantwortlich, dass manche Menschen empfindlicher als andere auf bestimmte Umwelteinflüsse reagieren.


Ziele

Forschung: Wissenschaftliches Ziel der Studie ist es, die Mechanismen von verbreiteten Erkrankungen in Südtirol und deren verantwortlichen Umwelteinflüssen und genetischen Faktoren zu identifizieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf neurologischen Erkrankungen, Herzkreislauf-, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen.

Außerdem versteht sich die CHRIS-Studie als eine dynamische Plattform für die Durchführung spezifischer Teilstudien zu bestimmten Krankheitsbildern oder gesundheitsbezogenen Aspekten. Die Ergebnisse sind für die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft von großer Bedeutung und werden die Grundlage für gezieltere Studien mit direkten Auswirkungen auf Südtirol – in puncto Frühdiagnose und Behandlung – sein.

Prävention: Die CHRIS-Studie bietet den TeilnehmerInnen die Möglichkeit einer umfassenden Untersuchung ihres Gesundheitszustandes in einigen Schwerpunktbereichen.