Studienzentrum für tausende Teilnehmer bereit

Untersuchungszentrum in Schlanders eröffnet – Unter ersten Vinschger Teilnehmern
Landesrat Theiner, Sanitäts-Generaldirektor Fabi und Bürgermeister Pinggera

Die Südtiroler Gesundheitsstudie CHRIS ist im Vinschgau angelaufen. Die langfristig angelegte
Studie untersucht, wie Umweltfaktoren, Lebensstil und genetische Faktoren bei weit verbreiteten
Herzkreislauf- und neurologischen Erkrankungen zusammenspielen. Das für die Studie
eingerichtete Untersuchungszentrum wurde am heutigen Mittwoch, 31. August, am Krankenhaus
in Schlanders eröffnet. Es ist bereit für zahlreiche Vinschgerinnen und Vinschger, die in den
nächsten Jahren an der groß angelegten Gesundheitsstudie teilnehmen werden.

CHRIS-Einweihung im August 2011: von links, Andreas Fabi, Generaldirektor Südtiroler Sanitätsbetrieb (2007-2015), Richard Theiner, Landesrat für Gesundheit (2003-2013), Werner Stuflesser, Präsident der Eurac (1992-2015), Peter Pramstaller, Wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Biomedizin, Dieter Pinggera, Bürgermeister von Schlanders, Anton Theiner, Ärztlicher Direktor Krankenhaus Schlanders.

Nach über zwei Jahren Vorbereitungszeit ist der Startschuss für die Gesundheitsstudie CHRIS
(Cooperative Health Research in South Tyrol) jetzt gefallen: Das am Krankenhaus in Schlanders eigens
eingerichtete Untersuchungszentrum wurde am 31. August eröffnet. Die ersten Teilnehmer wurden
bereits untersucht, darunter Landesrat Theiner, Sanitäts-Generaldirektor Fabi und der Schlanderser
Bürgermeister Dieter Pinggera, die sich gleich nach der Eröffnungsfeier eine Blutprobe entnehmen
ließen. Für die Teilnehmer nur Blut- oder auch Mutprobe? „Neben Blut- und Urinprobe,
Blutdruckmessen und EKG besteht ein großer Teil der Untersuchungen in der Befragung des
Teilnehmers, wie er sich ernährt, ob er raucht, wie viel er sich bewegt, Krankheitsgeschichte, usw.
Wir wollen herausfinden, welche Faktoren in welcher Kombination krank machen oder hingegen
Krankheiten entgegenwirken. Mitmachen ist also kein Risiko, sondern vielmehr ein wichtiger Beitrag
zur medizinischen Forschung, und so hoffen wir, dass viele Vinschgerinnen und Vinschger an der
CHRIS-Studie teilnehmen“, erklärt Peter Pramstaller, Leiter des Zentrums für Biomedizin an der
EURAC, das die Studie gemeinsam mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb durchführt. EURAC-Präsident
Werner Stuflesser unterstreicht: „Die Südtiroler Gesundheitsstudie ist eine langfristig angelegte
Forschungsressource für Südtirol und darüber hinaus. Bei unseren internationalen Forschungspartnern
stößt die Studie bereits auf größtes Interesse.“
Alle volljährigen Vinschger Einwohner von Naturns bis Reschen werden in den nächsten Jahren,
beginnend in der Gemeinde Schlanders, nach und nach persönlich zur Teilnahme an der Studie
eingeladen. So soll der Gesundheitszustand von tausenden Menschen über Jahrzehnte hinweg
beobachtet werden. Darauf aufbauend können die Ärzte und Forscher des Zentrums für Biomedizin
Risiko- bzw. Schutzfaktoren von Herzkreislauf- und neurologischen Erkrankungen besser untersuchen.
Langfristiges Ziel ist es, mithilfe der Studienergebnisse diesen in Südtirol weit verbreiteten
Krankheiten vorbeugend entgegen zu wirken und somit die Vorsorge zu verbessern. „Medizinische
Forschung ist ganz wichtig, um unser Gesundheitswesen fit zu halten und stetig zu verbessern. Die
Erkenntnisse aus dem Südtiroler Forschungsprojekt „CHRIS“ werden direkt in den klinischen Alltag und
in die medizinische Betreuung der Bevölkerung einfließen – auch deshalb bin ich stolz auf diese
wissenschaftliche Erhebung im Vinschgau“, so Landesrat Theiner bei der Eröffnungsfeier im CHRIS-
Zentrum.

Bozen, 31.08.2011
Kontakt: Laura Defranceschi, Tel. 0471 055 037